Die Henkerstochter & Die Henkerstochter und der schwarze Mönch

26 April 2017

Die Henkerstochter & Die Henkerstochter und der schwarze Mönch von Oliver Pötzsch

Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wird in der bayerischen Stadt Schongau ein sterbender Junge aus dem Lech gezogen. Ein Tätowierung deutet auf Hexenwerk hin, und sofort beschuldigen die Schongauer die Hebamme des Ortes. Der Henker Jakob Kuisl soll ihr unter Folter ein Geständnis entlocken, doch er ist überzeugt: die alte Frau ist unschuldig. Unterstützt von seiner Tochter Magdalena und dem jungen Stadtmedicus macht er sich auf die Suche nach dem Täter.


Die Henkerstochter & Die Henkerstochter und der schwarze Mönch von Oliver Pötzsch

Titel: Die Henkerstochter & Die Henkerstochter und der schwarze Mönch

Autor: Oliver Pötzsch
Preis: € 19,99 [D]
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 1038
Reihe: Die Hernkerstochter
Verlag: Weltbild
Band: 1 & 2  Band
Erscheinung: 2008
ISBN: 978-3-86800-838-8





Die Henkerstochter & Die Henkerstochter und der schwarze Mönch von Oliver Pötzsch
Olive Pötzsch, Jahrgang 1970, arbeitet seit Jahren als Filmautor für den Bayerischen Rundfunk, vor allem für die Kultsendung quer. Er ist selbst ein Nachfahre der Kuisls, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert die berühmteste Henker- Dynastie Bayerns waren. Oliver Pötzsch lebt mit seiner Familie in München.


Die Henkerstochter & Die Henkerstochter und der schwarze Mönch von Oliver Pötzsch
Einem Kindermörder auf der Spur-
Der Henker ermittelt

Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wird in der bayerischen Stadt Schongau ein sterbender Junge aus dem Lech gezogen. Ein Tätowierung deutet auf Hexenwerk hin, und sofort beschuldigen die Schongauer die Hebamme des Ortes. Der Henker Jakob Kuisl soll ihr unter Folter ein Geständnis entlocken, doch er ist überzeugt: die alte Frau ist unschuldig. Unterstützt von seiner Tochter Magdalena und dem jungen Stadtmedicus macht er sich auf die Suche nach dem Täter.

Wir schreiben wenige Jahre nach dem 30-jährigen Krieg, Deutschland leidet noch immer an seinen Nachwirkungen und beginnt nur langsam wieder zu mehr Wohlstand und Frieden zu gelangen. Ein brutaler Mord an einem 12 jährigen Jungen geschieht in Schongau und als wäre das nicht schon genug, entdeckt man auf seinem Rücken das Venusmahl, welches den Hexen zugeschrieben wird.

Schnell ist eine vermeintlich schuldige Person in Form der ortsansässigen Hebamme gefunden und wenn es nach dem Mob ginge, würde man sie am Liebsten sofort töten. Doch ist sie wirklich die Mörderin? Viele glauben es nicht, aber zum Wohle und dem Frieden der Stadt soll sie dennoch gestehen. Der Henker Jakob Kuisl ist jedoch nicht bereit die Frau zu opfern und sucht – zusammen mit dem jungen ansässigen Medicus und seiner eigenen Tochter Magdalena – nach dem wahren Täter und den Beweggründen zu der Tat.

Denn letztlich steckt da noch ein ganz Anderes, größeres Verbrechen hinter diesem und nachfolgenden Morden.



Die Henkerstochter & Die Henkerstochter und der schwarze Mönch von Oliver Pötzsch
Der Henker ein unehrenhafter Beruf. Immer schon waren diese Männer sehr gefürchtet, die ihn ausübten. Aber auch still wurden sie geachtet. Sie lebten mit ihren Familien außerhalb der Städte, kurz hinter den Stadtmauern. Ihre Anwesen waren jedoch nicht gerade sehr klein und auch ärmlich. Zum Henker wurde man in Kriegszeiten ernannt oder dazu wirklich überredet wenn man selbst straffällig wurde. Es gab nicht viele Alternativen und so beugte man sich lieber dem Bitten der Stadträte, als den Kopf auf dem Richtklotz zu legen. Im Laufe der Zeit entstanden wahre Henkerdynastien oder auch Henkersfamilien, in denen der älteste Sohn die Nachfolge des Vaters antrat und in manchen Fällen auch von ihm für das Töten und Foltern ausgebildet wurde. Der junge Autor Oliver Pötzsch mit diesem Werk, ein sehr schönen und interessanten historischen Kriminalroman geschrieben.

1659: Elf Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg sind noch ganze Landstriche verwüstet und viele Städte haben noch immer mit den Nachkriegsfolgen zu kämpfen. Die wirtschaftliche Infrastruktur ist alles andere als stabil und das bayerische Schongau liegt immer im Wettstreit mit dem benachbarten Augsburg. Der junge Peter Grimmer, Sohn eines Flößers, wird tot im Wasser treibend gefunden. Auf den ersten Blick ist es schon offensichtlich, dass es sich niemals um einen Unfall handeln kann. Simon Fronwieser, Sohn eines Baders und studierter Medicus, untersucht die Leiche des Kindes und stellt fest, dass es durch mehrere Messerstiche getötet wurde. Verwundert findet Fronwieser auch ein seltsames eintätowiertes Mal auf der Schulter des toten Jungen. Augenblicklich denken die aufgebrachten Bewohner und auch der Vater des Kindes an Hexerei und der Verdacht fällt schnell auf die alte Hebamme Martha Stechlin, bei der sich der Junge zusammen mit anderen Kindern gerne aufgehalten hat. Jakob Kuisl, der Henker und Scharfrichter von Schongau, kann nur mit Mühe die aufgebrachten Bürger vor einem Lynchmord an der alten Frau hindern. Zu ihrer eigenen Sicherheit bringt Kuisl sie in den städtischen Kerker.

Fronwieser hingegen, der den toten Körper des Jungen in das Haus des Henkers gebracht hat, untersucht den Leichnam jetzt mit geübtem Auge nach Spuren und Hinweisen. Er beneidet den älteren Kuisl um sein Wissen in der Anatomie und die vielen medizinischen Bücher, die er besitzt. Er findet schließlich heraus, dass das Mal mit Hollersaft unter die Haut auf der Schulter des Jungen wurde tätowiert. Nur warum? Was soll es darstellen? Ist es ein Zeichen von Hexen, von schwarzer, teuflischer Magie ...?

Das Buch die Henkerstochter ist ein historischer Krimi, der spannend und fesselnd geschrieben ist. Schon das erste Kapitel versetzt er uns in die gewaltsame und blutige Welt des Mittelalters und gibt uns einen ersten Einblick in den Berufsstand eines Henkers und den Ablauf einer Hinrichtungen. Aus Fachbüchern, Filmen, Legenden und Sagen ist nicht unbedingt viel bekannt über das Leben eines Scharfrichters. Viele Vorurteile werden in diesem Roman aufgelöst und im Detail auch beschrieben. Ebenso eine blutige und brutale Hinrichtung, sowie die Folter schildert Oliver Pötzsch neutral und sachlich. Sein sehr strukturiertes und fundiertes Wissen hat Oliver Pötzsch im Grunde durch erste Hand. Er selbst ist Nachkomme des Jakob Kuisl und diese Familie war in Schongau und überhaupt im bayerischen Lande eine wahre Dynastie von Henkern. Er recherchierte in den Unterlagen seiner Vorfahren und schuf somit ein großartiges Werk.

Die Hexenverfolgung ist ein dunkles Kapitel, in der Vergangenheit der Menschheit und wird in dem Buch „Die Henkerstochter“ von Oliver Pötzsch eindrücklich, und überzeugend wieder aufgerollt. Obwohl die Hochzeit der schlimmsten Verfolgungen, schon länger vorbei war, erlebten der Wahn und die Hysterie in Deutschland bis zum Ende des 18. Jahrhundert immer wieder neue Kapitel. Neben dem Historischen ist das Buch aber in erster Linie ein Krimi, welcher bereits früh den Leser zu fesseln weiß und ihn in den Wust des Verbrechens und seine Hinterlist mit einzubeziehen hervorragend in der Lage ist.

Das Buch gefiel mir inhaltlich sehr gut. Ich hab das Buch in 3 einhalb Tagen ausgelesen gehabt. Allerdings gibt es bei dem Buch was mir nicht so gefallen hat, und das ist die Wortaufteilung. Auf beinahe jeder Seite werden Wörter getrennt die er doch einfach in die nächste Zeile schreiben hätte können, und einige Wörter sind nicht ordentlich getrennt worden. Aber so ist es ein wirklich sehr spannender Roman, welcher im Mittelalter spielt. Fasziniert hat mich an diesen Buch, das der Krimi aus der Perspektive einer Henkersfamilie geschrieben worden ist. Mal wieder ein sehr schöner, gut recherchierter historischer Roman mit Kriminalgeschichte.Zur Abwechslung in den Zeiten von Iny Lorentz und Co. steht hier mal ein Mann im Mittelpunkt. Der Henker von Schongau, Jakob Kuisl, Vorfahr des Autors, führt ein hartes Leben. Das Töten ist sein Beruf, die Verachtung und Furcht der Menschen gehört zu seinem Dasein. Der Autor hat versucht, sich in seinen Ahnen hinein zu versetzen und hat das meiner Meinung nach, sehr gut hinbekommen. Zwar wird man nie erfahren, ob der echte Henker wirklich so ein Mensch war, wie hier beschrieben, aber zumindest erhofft man es und kann es sich gut vorstellen. Die Mordfälle, die Ermittlungen des Henkers, seiner Tochter und des jungen Medicus wirken authentisch und lösen sich am Ende logisch auf.


Die Henkerstochter & Die Henkerstochter und der schwarze Mönch von Oliver Pötzsch
Der Henker und das Erbe der Templer

Schongau 1660: Der Pfarrer der Lorenzkirche wurde vergiftet. Mit letzter Kraft konnte er noch ein Zeichen geben, das zu einem uralten Templergrab in der Krypta führt. Dort entdecken der Henker Jakob Kuisl, seine Tochter Magdalena und der Medicus Simon rätselhafte Hinweise auf einen Templerschatz. Der Mörder des Pfarrers ist dem Geheimnis längst auf der Spur, aber auch eine brutale Räuberbande hat davon erfahren. Ein gnadenloser Wettlauf beginnt.

Ein vergifteter Pfarrer. Ein geheimnisvoller Sarkophag. Ein berüchtigter Geheimorden.Der Schongauer Henker Jakob Kuisl, seine Tochter Magdalena und der Medicus Simon suchenden legendären Schatz der Templer – und dabei sind sie nicht allein. Denn nicht nur eine Räuberbande, auch ein unheimlicher schwarzer Mönch hat schon längst die Verfolgungaufgenommen.



Die Henkerstochter & Die Henkerstochter und der schwarze Mönch von Oliver Pötzsch
Die Henkerstochter und der schwarze Mönch ist das zweite Band des Autors. Dem Autor Oliver Pötzsch hat einen sehr guten Nachfolger zum ersten Teil geschaffen. Es wirkt, als hätte der Autor aus den Fehlern des ersten Bandes gelernt und sein zweites Werk besser strukturiert, klarer aufgebaut und auch bei den Charakteren zugelegt. Immer noch fehlt die wirkliche Charaktertiefe bei Magdalena und selbst Simon könnte noch etwas mehr davon vertragen, aber bereits hier gab es Steigerungen.Zunächst fiel mir wieder auf, wie eindrucksvoll Oliver Pötzsch seine Charaktere bereits in Band 1 entwickelt hat, denn ich konnte sofort wieder in die Geschichte eintauchen und alle bekannten Personen waren mir gleich wieder sehr nah, obwohl 13 Monate zwischen der Lektüre der beiden Büchern liegen.

Der Autor hat sich in jeder Hinsicht gesteigert, sowohl Aufbau und Inhalt des Buches sind wesentlich gehaltvoller geworden und auch der Schreibstil hat sich verbessert. Es entstand mehr Spannung als im ersten Teil und durch die verschiedenen Rätsel kann man als Leser noch mehr einsteigen und mitraten. Auch das Fachwissen um das Henkerhandwerk und die Kräuterkunde wurde wieder geschickt eingebaut, sodass man nebenbei noch einiges lernen kann, aber auch das Leben der Protagonisten viel besser verstehen kann.



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► Hat jemand von euch das Buch 
schon gelesen ??

► Wie gefällt euch das Buch ??

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Kommentare:

  1. Klingt total interessant, obwohl ich sonst gar nicht unbedingt der Riesen Fan von historischen Romanen bin :) Liebe Grüße an dich!

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    1. Das eine Mischung aus Krimi und historischen Roman

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  2. Hey! I am new at your blog (: I am following you now(;
    I hope you can visit mine and follow me back (; Have a good day!

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  3. Hmmm... das Buch muss ich mir auch merken! Klingt so, als wäre es was für mich!

    Danke Dir für den tollen Bericht!

    Hab einen schönen Abend!

    xoxo Jacqueline
    My Blog - HOKIS

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    1. Das Buch ist echt interessant und toll :)

      Danke schön :)

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  4. Hello dear,
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  5. Hallo meine Liebe;)

    Ich lese sehr gerne udn historische Romane und Krimis sind immer gerne auf meiner Leseliste. Das Buch klingt sehr interessant, Danke dir für den Tipp :-*

    Ganz liebe Grüße
    Isa
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    1. Das Buch ist auch toll gemacht. Tolle Mischung aus beiden :)

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    2. Hallo Shelly,
      du hast wieder eine sehr schöne Rezension geschrieben. Mir hat besonders deine Erläuterung zur historischen Situation der Scharfrichter gefallen.
      Und das in einem Buch dieses Genre mal ein Mann im Mittelpunkt steht, stimmt!
      Ich hab deinen Beitrag auf meiner Wanderung durch die Welt der Bücherblogs verlinkt!
      Gruß,
      Daniela

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    3. Danke schön :)
      Das freut mich das du mein Beitrag verlinkt hast :)

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