Der Fluch der Hebamme von Sabine Ebert

6. Dezember 2015

Der Fluch der Hebamme von Sabine Ebert

Freiberg, 1189: Fünf Jahre sind seit Christians Tod vergangen und Marthe und Lukas leiden immer noch unter dem Verlust des Geliebten und Freundes. Überschattet wird ihr Leben zudem auch von der Furcht vor dem Tag, an dem Markgraf Otto sterben und sein ältester Sohn, der grausame Albrecht die Regenschaft über die Mark Meißen übernehmen wird. Und auch in Freiberg selbst spitzt sich die Lage zu: Die Stadtbürger, die ihre neuen Rechte mit erwachendem Selbstbewusstsein durchsetzten wollen, sehen sich mit Vogt Heinrich einem gefährlichen Widersacher gegenüber ...

Der Fluch der Hebamme von Sabine Ebert
Der Fluch der Hebamme von Sabine Ebert
Titel: Der Fluch der Habamme
Autor: Sabine Ebert
Preis: € 19,99 [D]
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 708
Reihe: Die Hebamme
Verlag: Weltbild
Band: 4 Band
Sprache: deutsch
Erscheinung: November 2010
ISBN: 978-3-86800-525-7


Band 1: Das Geheimnis der Hebamme von Sabine Ebert habe ich euch am 30.10.2015 vorgestellt -  Klick hier

Band 2: Die Spur der Hebamme von Sabine Ebert habe ich euch am 06.11.2015 vorgestellt - Klick hier

Band 3: Die Entscheidung der Hebamme von Sabine Ebert habe ich euch am 08.11.2015 vorgestellt -Klick hier


Der Fluch der Hebamme von Sabine Ebert
Sabine Ebert wurde in Aschersleben geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Sie hat Lateinamerika- und Sprachwissenschaft in Rostock studiert und arbeitet als freie Journalistin in Freiburg- dort, wo auch ihre Romane spielen. 


Der Fluch der Hebamme von Sabine Ebert
Die Geschichte der Hebamme
Marthe geht weiter

Freiberg, 1189: Fast fünf Jahre sind seit Christians Tod vergangen und Marthe und Lukas leiden immer noch unter dem Verlust des Geliebten und Freundes. Außerdem naht unaufhaltsam der Tag, an dem der grausame Albrecht, der älteste Sohn des Markgrafen Otto, die Regentschaft über die Mark Meißen übernehmen wird - mit schrecklichen Konsequenzen für die Bewohner Freibergs. Doch Marthe und Lukas können nicht fliehen, denn sie müssen Christians Vermächtnis erfüllen und sich um die mittlerweile fast erwachsenen Kinder kümmern: Clara soll heiraten, obwohl sie heimlich in den jüngsten Sohn des Markgrafen verliebt ist, und Thomas träumt davon, sich Kaiser Barbarossas Kreuzzug ins Heilige Land anzuschließen, ohne zu ahnen, was ihn dort erwarten wird....



Der Fluch der Hebamme von Sabine Ebert
Bereits fünf Jahre sind vergangen, seit Christian im Auftrag von Albrecht von Meißen getötet wurde. Lukas und Marthe leben immer noch in Freiberg, als Albrecht nicht mehr darauf warten will, dass sein Vater, der Markgraf, von selbst das Zeitliche segnet, damit er sein Erbe antreten kann. Auf einem abgelegenen Landgut setzt er seinen Vater in Gefangenschaft und kehrt selbst als Markgraf der Mark Meißen zurück nach Freiberg. Marthe, Lukas, ihre zwischenzeitlich fast erwachsenen Kinder und sämtliche Stadtbewohner, die mir Christian vor Jahren in den Osten kamen, wissen, welche schwerwiegende Folgen dieser Machtwechsel mit sich bringen kann. Um Markgraf Otto und dessen Frau Hedwig zur Hilfe zu eilen, bricht Thomas, Christians ältester Sohn, gemeinsam mit seinem Freund Roland auf, um den Kaiser über diesen Vorfall in Kenntnis zu setzen. Doch der hat sich bereits auf den Weg ins Heilige Land gemacht, um dort Jerusalem zu befreien. Als Thomas und Roland ihn tatsächlich noch erreichen, schließen sich beide dem Kreuzzug an, da sie zuvor aus Albrechts Verließ entflohen sind und nirgends mehr sicher sein können. Doch obwohl Albrecht vom Kaiser eindeutig befohlen bekommt, seinen Vater frei zu setzen und diesem die Markgrafschaft wieder zu überlassen, ist allen klar: Otto, zwischenzeitlich bereits an die 70, lebt nicht ewig und dann kehrt Albrecht zurück. Lukas, Marthe und ihre Freunde müssen sich auf dunkle Zeiten einstellen.

Der Fluch der Hebamme ist der vierte Teil der fünfteiligen Hebammen-Reihe von Sabine Ebert. Der Einstieg in die vorherigen Bücher der Hebamme fiel mir um einiges leichter, als in diesem Buch. Marthe ist nun seit fast 5 Jahren mit Lukas verheiratet und das fand ich für mich persönlich etwas gewöhnungsbedürftig. Nach einigen Seiten konnte ich mich wieder in die Geschichte und seine eigene Atmosphäre einfinden. 

Den Schreibstil von Sabine Ebert kannte ich ja bereits, doch beim vierten Teil der Reihe hatte ich das Gefühl, dass sich dieser ein wenig verändert hat. Das mag vor allem an der ausführlichen Darstellung der Kreuzzüge liegen und der damit verbundenen Detailausführungen. Bisher fand ich die Mischung zwischen Handlung und solche Stellen, die die Umwelt beschreiben, sehr gut ausgewogen. Und genau da liegt jetzt der Hund begraben. An manchen Stellen hatte ich nicht das Gefühl, einen historischen Roman zu lesen, sondern eher ein Sachbuch. In den drei vorherigen Büchern ging es primär immer um Marthe und ihr Schicksal und dabei brachte Frau Ebert dem Leser auch gleichzeitig die Entstehung und Entwicklung von Freiberg nahe. Mit Der Fluch der Hebamme hat sie aber einen Bruch in diese Tradition gebracht und meiner Meinung nach merkt man das auch am Schreibstil, den ich stellenweise sehr kühl und distanziert fand. Alles in allem hatte ich den Eindruck, dass Sabine Ebert, als sie mit der Reihe begann, eigentlich nur die Geschichte um die Entstehung von Christiansdorf und dessen Entwicklung erzählen wollte. Doch dann ist sie über die Kreuzzüge gestolpert und wollte nun daraus auch etwas machen. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden, aber mir persönlich hat nicht gefallen, dass sie dafür die Hebammen-Saga verwendet hat. Ein separates Buch hätte ich besser gefunden, da dadurch die Story ihren Charme verliert und alles etwas unfertig rüber kam. Trotzdem wurde auch beim vierten Teil wieder einwandfreie Recherche betrieben und auch dieses Mal wieder viel Wert darauf gelegt, dass der Geschichte eine wahre Geschichte zu Grunde liegt

Und die Protagonistin Marthe, welche der Leser ja schon seit mehreren Bücher begleitet, spielt dieses Mal kaum noch eine Rolle. Auch dahingehend gibt es einen Bruch zu den Vorgängern. Nur wenige Stellen beschäftigen sich noch mit den "alten Charakteren". Dafür tritt Thomas, der älteste Sohn von Marthe und Christian mehr in den Vordergrund, ohne ihm aber eine richtige Geschichte zu geben. Er schließt sich dem Kreuzzug ins Heilige Land an, es wird beschrieben, welche Hindernisse die Kreuzzügler bestehen müssen und wo sie sich wann befanden. Aber abgesehen davon hat Thomas keine eigene Handlung bekommen. Dafür bekamen die bekannten Charaktere, soweit sie noch eine Rolle spielen, eigentlich eine Handlung, die der Leser so oder ähnlich bereits aus einem der vorherigen Büchern kennt. Lukas kommt mal wieder gerade so mit dem Leben davon und versteckt sich bei seinem Kumpel Raimund, Albrecht spielt immer noch den ungezogenen kleinen Markgrafensohn, dem die Macht zu Kopfe steigt, aber den Hammer bringt tatsächlich die namengebende Hebamme: die schafft es mal wieder, unentdeckt aus einem Verließ zu verschwinden. Leser der Reihe werden jetzt aufschreien: Das kennen wir doch! Durch die veränderte Charaktergewichtung bekommt die Geschichte eine ganz andere Atmosphäre, was ich wirklich schade fand. Im Mittelpunkt stehen in dieser Geschichte auf jeden Fall die Kreuzzüge unter Kaiser Barbarossa. Man merkt, dass sich die Autorin mit dem Thema ganz genau auseinandergesetzt hat, um den Leser das Geschehen glaubhaft vor Augen führen zu können – und so haben mich vor allem die Szenen der Belagerung, und der damit verbundenen Hungersnot inklusive Krankheiten, tief erschüttert.

Da Sabine Ebert Thomas gemeinsam mit dem Kaiser ins Heilige Land geschickt hat und diesem Teil des Buches ein großer Teil zukommt, verliert sich auch das Anliegen der Autorin, eben die Geschichte von Freiberg aufzuzeichnen. Die Handlungsstränge überschneiden sich nur anfangs und dann bekommt der Leser zwei ganz unterschiedliche Geschichten geliefert. Mir kam es dabei allerdings so vor, dass Frau Ebert aber nicht beiden Geschichten gerecht werden konnte und damit fesselte mich keiner der beiden Handlungsstränge. Der Verlauf beider Geschichten kommt erst schleppend in Gang, nimmt dann etwas Fahrt auf und wird dann wieder mit voller Bremse zum Stillstand gebracht. 

Wenn ihr Der Fluch der Hebamme lesen möchte, solltet ihr Ausdauer mitbringen, denn für rund 700 Seiten in anspruchsvollem Schreibstil braucht ihr Zeit und streckenweise auch Geduld – es kann ja nicht immer etwas super spannendes passieren. Allerdings erwartet den Leser ein umfassend recherchiertes Werk, welches sich vor allem für Fans der Reihe auf jeden Fall lohnt.



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► Hat jemand von euch das Buch 
schon gelesen ??

► Wie gefällt euch das Buch ??

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