Schach der Königin von José Calvo Poyato

12 Februar 2014

Schach der Königin von José Calvo Poyato



Madrid, 1668. König Phillipp IV. ist tot, und bei Hofe in Madrid wütet der Kampf um die Macht - denn der Thronfolger ist erst vier Jahre alt. Königin Mariana de Austria übernimmt die schwierige Regentschaft. Doch es gibt einen anderen Anwärter auf die Thronfolge: Ihr illegitimer Stiefsohn Don Juan José de Austria, Sprössling des Königs aus einer Liaison mit einer Komödiantin.Wird sein Gefolgsmann Don Gonzalo seine geliebte Elena von der Rechtschaffenheit seines Herrn überzeugen können? Ein dunkles Geheimnis überschattet diese Liebe ...


Schach der Königin von José Calvo Poyato
Schach der Königin von José Calvo Poyato
Titel: Schach der Königin
Autor: José Calvo Poyato
Preis: €  8,45 [D]
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 381
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinung: 2007
Sprache: deutsch
ISBN: 978-3-404-15733-4


Schach der Königin von José Calvo Poyato
José Calvo Poyato, 1951 in Córdoba geboren, studierte Geschichte und Geografie und promovierte an der Universität von Granada. Nach langjähriger Lehr - und Forschungstätigkeit widmet er sich heute auch der Politik, ist Abgeordneter der Provinz Córdoba und Pressesprecher im andalusischen Parlament. Er veröffentlichte bereits eine beträchtliche Anzahl historischer Sachbücher und Romane, für die er diverse Auszeichnungen erhielt. Den bisher größten Erfolg seiner schriftstellerischen Karriere erzielte er mit dem Roman Das Geheimnis der schwarzen Bibel, von dem in Spanien über 100.000 Exemplare verkauft wurden.


Schach der Königin von José Calvo Poyato

Madrid, 1668. König Phillipp IV. ist tot, und bei Hofe in Madrid wütet der Kampf um die Macht - denn der Thronfolger ist erst vier Jahre alt. Königin Mariana de Austria übernimmt die schwierige Regentschaft. Doch es gibt einen anderen Anwärter auf die Thronfolge: Ihr illegitimer Stiefsohn Don Juan José de Austria, Sprössling des Königs aus einer Liaison mit einer Komödiantin.Wird sein Gefolgsmann Don Gonzalo seine geliebte Elena von der Rechtschaffenheit seines Herrn überzeugen können? Ein dunkles Geheimnis überschattet diese Liebe ...

Spaniens Königsgeschichte ist wie wohl jede andere auch gespickt mit Intrigen und Machenschaften, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann. Ein besonders unangenehmes Kapitel aus den Jahren 1668/69 beschreibt José Calvo Poyatos Roman „Schach der Königin“, in dem der Kampf um die Macht in Madrid im Mittelpunkt steht.
Der König ist tot …

Im Madrid des Jahres 1668 gibt es zwar einen König, der ist allerdings erst vier Jahre alt. Daher werden die Regierungsgeschäfte von der Königinmutter und Witwe des verstorbenen Königs Philipps IV., Maria Anna von Österreich, weitergeführt. An ihrer Seite hat ihr Beichtvater und Gerüchten zufolge mehr als das, Everard Nithard (Johann Eberhard Graf Neidhardt), seines Zeichens Jesuit und sowohl Staatskanzler als auch Großinquisitor, großen Einfluss auf die Regierungsgeschäfte.

Der verstorbene König Philipp IV. hat der Welt auch einige illegitime Nachfolger hinterlassen, so auch den Spross aus einer Liebschaft mit einer Schauspielerin, Don Juan José de Austria. Dieser wird zwar geduldet und mit kleineren und unwichtigeren Aufgaben der Regierung betraut, allerdings strebt er nach Höherem und verlangt vor allem die Ausweisung des Beichtvaters Nithard, unter dem das Volk seiner Meinung nach geknechtet und unterdrückt wird. Beide Lager, sowohl die Nithardisten als auch die Anhänger Don Juans, bekämpfen sich, zunächst nur verbal, doch schon bald gibt es den ersten Toten, der auf Kosten dieses Zwistes geht.

Hauptmann Don Gonzalo de Santa Cruz, Held und einer der treuesten im Gefolge von Don Juan, wird durch einige Zufälle noch mehr in die Intrigen der Parteien hineingezogen, als ihm lieb ist. Er verliebt sich ausgerechnet in Elena, die Tochter eines ehemaligen Geschäftsmanns, der durch Don Juan sein Vermögen verloren hat. Mit schwierigsten Aufgaben betraut, sucht Gonzalo, Nithard das Handwerk zu legen, während auf der anderen Seite versucht wird, Don Juan auszuschalten. Es beginnt ein Schachspiel, das viele Opfer fordert, geahnte und ungeahnte und bald muss sich Gonzalo zwischen seiner Liebe und seiner Gefolgstreue entscheiden.
Ein fesselndes Schachspiel zweier gleichwertiger Parteien


Schach der Königin von José Calvo Poyato
Von der ersten Seite an schafft es der spanische Politiker und Autor José Calvo Poyato den Leser an sein Buch zu fesseln. Das Buch ist spannend, interessant geschrieben wurden, und einfach zu lesen. Nach einer kurzen Einführung in die Situation gibt es gleich den ersten Toten in der Story und so geht der Autor mit einer Geschwindigkeit weiter, die manch ein anderen Autoren streckenweise auch gut tun würde. Wenn auch der Kern des Romans in königlichen oder zumindest hochadeligen Kreisen spielt, so hat er doch mit der Erzählebene des Hauptmanns Gonzalo eine weitere Gesellschaftsschicht erfasst.

Zu Beginn des Romans war ich noch etwas verwirrt, weil ich nicht wusste, auf wessen Seite ich mich schlagen sollte.Zu gleich werden beide Seiten geschildert, keine ist wirklich böse oder gut, jede Seite spinnt ihre Intrigen und versucht ihr bestes. Auch hierin zeigt sich der Buchtitel gut gewählt, denn auch im Schachspiel sind die Figuren dieselben und haben den gleichen Ausgangspunkt. Jede Seite erringt Erfolge und erleidet Niederlagen, wie im richtigen Schachspiel auch. Es ist eine Frage der Strategie, welche den längeren Atem hat und wer langfristig die größeren Erfolge erzielen kann.

Die Figuren sind allgemein gut gezeichnet, alle Mitglieder des Königshauses und ihre Bediensteten und Ratgeber haben etwas Würdevolles und Intrigantes, wie man es sich auch vorstellt. Je nach Erzählperspektive erfährt man vieles über die Personen, ihre politische Einstellung und ihre Probleme mit Befehlen. Etwas zu kurz läuft hingegen die Beziehung zwischen Gonzalo und Elena, hier hätte ich mir es ein wenig ausführlicher gewünscht Auch wenn ein Erzählstrang nicht in den Königshäusern spielt, so kommt doch das richtige Leben im Madrid des Jahres 1668 etwas zu kurz. Ich hätte sich mehr Hintergrund gewünscht, worunter das Volk zu leiden hat besser gesagt hatte oder was ihm Grausames angetan wird, um noch mehr in den Konflikt eintauchen zu können. Das einfache Volk ist in diesem Roman zu unterrepräsentiert. Hätte der Autor drauf ein wenig mehr sein Augenmerk gerichtet, hätten die „Bauernopfer“, die gelegentlich gemacht werden müssen, noch einen anderen Stellenwert bekommen.

Das Buch ist in großen und ganzen doch sehr gelungen. Es fesselt einen von der ersten bis zur letzten Seite. Ihr lernt viel in diesen Buch über die Spanische Geschichte, was ich persönlich toll fand. Mir fehlen jegliche Form eines Anhangs, so zum Beispiel eine Personenliste, Karten, ein Glossar oder eine historische Zeittafel. Aber trotzdem kann ich das Buch nur empfehlen.



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